7x7finticker: der Wochenrückblick 20.-24.11.2017

24 November 2017 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

7x7finticker: der Wochenrückblick 20.-24. November 2017 / präsentiert von der 7x7finanz

Leitgedanke

„Auch Luftschlösser verdanken ihre Popularität den klassischen Immobilien-Erfolgs-Kriterien: Sie sind provisionsfrei und standortunabhängig.“

KarlHeinz Karius (WortHupferl)

Thema der Woche: Betongold als Altersvorsorge?

Immobilien sind begehrter denn je: als eigenes Haus, als Kapitalanlage und Altersvorsorge. Doch wie stellt man es am besten an, stolzer Hausbesitzer zu werden – und zu bleiben? Darum geht es in unserem Wochenrückblick.

7x7finticker20. November: Immobilie als Kapitalanlage – worauf es nach dem Kauf ankommt

HAMBURG – Von den aktuell rund 40,5 Millionen Wohnungen in Deutschland sind laut der Immobilienmaklergesellschaft der Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (IW) gut 22 Millionen Mietwohnungen, rund 14,5 Millionen gehören privaten Kleinanlegern. Häufigstes Anschaffungsmotiv sei dabei die Altersvorsorge, heißt es in dem Artikel auf cash-online.

Von der Besitzübergabe bis zum Ziel einer schuldenfreien und wertstabilen Immobilie für die Altersvorsorge sei es jedoch ein langer Weg, so die Maklergesellschaft. „Viele Wohnungen würden in der Lebensmitte erworben, wenn die Käufer beruflich und finanziell gefestigt seien. Bis zum Rentenbeginn dauere es dann in der Regel noch gut 20 Jahre“, heißt es in dem Artikel. Der Besitzer müsse in dieser Zeit mehrere Ziele im Auge behalten: So gehe es vor allem um den Werterhalt des Immobilienvermögens durch regelmäßige Instandhaltungen, die Anpassung der Mieten und Nebenkosten an die Marktentwicklungen und die Entschuldung der Wohnung. Zudem könnten die Eigentümer bei der aktuell hohen Mietnachfrage von den steigenden Preisen profitieren.

Quelle: cash-online.de (bk)

21. November: Die 20/20-Regel bei der Baufinanzierung

INGOLSTADT – Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat die Rentabilität von privaten Immobilieninvestments unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist alarmierend, wie der Donaukurier berichtet: „Bei jeder zweiten Mietwohnung verzeichnen die Eigentümer unterm Strich keinen Vermögensgewinn, weil die Rendite nicht über die Inflationsrate hinausgeht.“ Da private Investoren meist einen großen Teil des Vermögens in den Kauf einer Immobilie investierten, sei es besonders ärgerlich, wenn die Rendite nicht stimmt: „Gerade bei einer so langfristigen Investition wie dem Erwerb einer Eigentumswohnung sollte das Geld gut angelegt sein“, fordert der Würzburger Anlagespezialist Stefan Böhm. Der hat drei Tipps für Immobilienkäufer parat: „Investieren Sie dort, wo die Aussicht auf Preissteigerungen am größten ist; kaufen Sie nicht zu teuer, maximal 20 Jahreskaltmieten; achten Sie auf mindestens 20 Prozent Eigenkapital.“ Die letzten zwei Ratschläge beziehen sich auf die so genannte 20/20-Regel: mindestens 20 Prozent Eigenkapital beim Kauf und als maximal zu rechtfertigenden Kaufpreis für eine Wohnimmobilie 20 Jahres-Kaltmieten. Letzteres gelte auch für eigengenutzte Immobilien.

Quelle: Donaukurier / Autoren: Biallo Team

22. November: Entwarnung bei Immobilienblase und Hauspreis-Rallye?

BERLIN – Seit Jahren gibt es wegen rasant steigender Preise Warnungen vor einer Immobilienblase in Deutschland. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat in Teilbereichen des Markts Bedenken. Diese nimmt Michael Fabricius auf welt.de zum Anlass, die Entwicklung zu kommentieren. Der jahrelange Boom der Immobilienpreise neige sich dem Ende zu, in manchen Städten gingen Häuser- und Wohnungspreise sogar schon zurück.

In Top-Städten wie Hamburg, Köln, Frankfurt, Berlin und München fielen die Zuwächse kleiner aus. Auch im Bundesschnitt seien die Preiskurven flacher, wie ein Preis-Index der Kreditplattform Europace zeige. Fabricius zitiert André Hasberg, Leiter der Kölner Dr.-Klein-Niederlassung: „Spätestens wenn die Zinsen nachhaltig steigen, wird meiner Meinung nach der Preisanstieg gebremst, und irgendwann werden die Preise auch einmal heruntergehen.“ Das Beratungsinstitut Empirica warne schon länger vor Preisrückgängen. Diese könnten durch verschiedene Faktoren beeinflusst sein wie etwa ein größeres Wohnungsangebot, oder auch durch veränderte Wanderungsbewegungen, wie Empirica-Experte Reiner Braun erklärt: „Wir sehen jetzt bereits, dass die jungen Leute nicht mehr so stark in die Schwarmstädte drängen.“

Quelle: welt.de (WELT N24) / Autor: Michael Fabricius

23. November: Wie finanziere ich am besten eine Immobilie?

FRANKFURT – Baukredite werden teurer, aber auf faz.net erklärt Dyrk Scherff in seinem Beitrag, wie man mit einer guten Finanzierung Tausende Euro einsparen könne. Etwa, wenn man beim Baukredit die entscheidenden Stellschrauben richtig drehe: wichtig seien dabei „Laufzeit und Dauer der Zinsbindung des Kredits, die monatliche Rate und wie viel davon der Tilgung dient, der Eigenanteil des Käufers in der Finanzierung und die Auswahl der richtigen Bank.“ Erst danach solle man sich auf die Suche nach der Traumimmobilie begeben.

Was die Abbezahlung des Kredits betrifft, bestehe die höchste Sicherheit, wenn die Zinsen für die gesamte Laufzeit des Kredits festgelegt sind. Dann entfalle das Risiko, nach zwei oder drei Jahrzehnten den Kredit zu dann vielleicht deutlich höheren Zinsen verlängern zu müssen. Bei der Zinsbindungsdauer sei zu beachten: Je länger sie gewählt wird, desto höher die Zinsen und desto geringer die Auswahl an attraktiven Anbietern – gerade bei Laufzeiten von mehr als 30 Jahren. Zudem verlangten viele Anbieter, die solche langen Zinsbindungen im Programm haben, mehr Eigenkapital, mindestens 20 Prozent.

Ein weiterer Tipp: Je mehr eigenes Geld der Häuslebauer einbringe, desto weniger Zinsen zahle er, desto leichter bekomme er einen Kredit und desto schneller sei der dann abgezahlt. Scherff geht auch der Frage nach, wie viel man monatlich für den Kredit bezahlen sollte. Hilfreich sei es, über mehrere Monate ein Haushaltsbuch zu führen, um zu ermitteln, wie viel Geld für die Baukreditraten übrig ist. Viele Käufer vergäßen auch, dass die Immobilie laufende Kosten für Strom, Heizung und kommunale Wasser- und Müllgebühren produziert, auch müssten Rücklagen für spätere Renovierungen gebildet werden.

Quelle: faz.net / Autor: Dyrk Scherff (Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)

24. November: “Wer fürs Alter vorsorgt, wird bestraft”

HAMBURG – „Die junge Generation wird fortwährend dazu aufgefordert, für das Alter vorzusorgen. Wer dies jedoch in Form eines Immobilienkaufes tun möchte, dem werden zahlreiche Steine in den Weg gelegt.“ Das meint Jacopo Mingazzini in seinem Gastbeitrag auf cash-online.de. Der Appell aus Politik und Medien „Kümmert euch um eure Altersvorsorge!“ sei ja nachvollziehbar, „denn wer heutzutage mit Mitte/Ende 20 ins Berufsleben einsteigt, kann sich auf die gesetzliche Rente nicht verlassen, sondern muss zusätzlich vorsorgen.“ Staat und Politik sollten also durch sinnvolle Anreize junge Arbeitnehmer zur Vorsorge ermuntern. Die Realität aber sehe ganz anders aus, wie Mingazzini an einem erfundenen Musterfall zu beschreiben versucht. Ein junger Berliner um die 30, der ein paar Jahre in seinem Beruf gearbeitet und dabei eine kleine Summe Geld angespart hat, um sich davon eine Eigentumswohnung zu kaufen: „Er denkt dabei an seine eigene Zukunft, an seine Altersvorsorge. Außerdem möchte er eine Familie gründen, er möchte seine Kinder in den eigenen vier Wänden aufwachsen sehen und ihnen irgendwann auch mal etwas vererben.“

Er nimmt einen Immobilienkredit auf und kauft sich eine Wohnung. Die Unterstützung, die der Staat für den jungen Arbeitnehmer aufbringt, sei allerdings gleich null. Stattdessen lege der Staat ihm sogar zusätzliche Steine in den Weg. Selbst wenn es dem Mann gelingen sollte, 20 Prozent Eigenkapital anzusparen, verlange der Staat davon auch noch seinen Anteil: „Sechs Prozent beträgt die Grunderwerbsteuer in Berlin, bei einem Wohnungspreis von 200.000 Euro sind das 12.000 Euro, die der junge Arbeitnehmer zusätzlich aufbringen muss.“ Noch schwieriger mache es der Staat dem jungen Berliner, wenn dieser eine Wohnung nicht zur Eigennutzung kauft, sondern als Kapitalanlage. Je nach Mieter sei das aber alleine schon stressig und arbeitsintensiv, hinzu komme das Risiko des Mietausfalls. Und der Staat mache es dem Vermieter obendrein noch schwieriger: Mietpreisbremse, Kappungsgrenze, Milieuschutzgebiet lassen grüßen. Mingazzinis Fazit: „Gefördert wird in Deutschland, wer sich keine Gedanken über die Zukunft macht. Wer vorsorgt, wird bestraft.“

Quelle: cash-online.de / Autor: Jacopo Mingazzini (Vorstand der Accentro Real Estate AG)

FAZIT:

Pflege-Immobilie – Irreführende Steigerung von Seniorenimmobilie: „Investieren Sie in einen der größten Wachstumsmärkte! 2040 wird ein Viertel der Bevölkerung über 70 Jahre alt sein. Sichern Sie sich eine renditestarke Pflege-Immobilie als zukunftsorientierte und solide Kapitalanlage.“ Also ich denke bei „Pflege-Immobilie“ unwillkürlich an stark pflegebedürftige Häuser: Hausbock, Schwamm und Schwarzstaub. Möchte man das kaufen? 

Quelle: bild.de / „Die 26 lustigsten Maklerformulierungen“, Autor: Sören Sieg 

Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen die 7x7finticker-Redaktion!

 

Artikelstichwörter:
Schwerpunktthemen: Aktuelles, Finanzierung, Immobilien, Medienberichte, Wochenrückblick

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