7x7finticker: der Wochenrückblick 16.-20. Oktober

20 Oktober 2017 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

7x7finticker: der Wochenrückblick 16. – 20. Oktober 2017 / präsentiert von der 7x7finanz

Leitgedanke:

„Nur zwei Dinge auf Erden sind uns ganz sicher: der Tod und die Steuer.“

Benjamin Franklin

Thema der Woche: 2018 – zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Steuerberater!

Ein knappes Viertel der Bundesbürger (24 Prozent) findet, dass die neue Regierung für gerechtere Löhne und Steuern zu sorgen hat. Das geht aus dem aktuellen „Deutschlandtrend“ für das ARD-„Morgenmagazin“ hervor. Unabhängig davon, wohin die künftige Bundesregierung steuern wird, haben wir für Sie im Wochenrückblick das Thema „Steuern“ von verschiedenen Seiten beleuchtet.

7x7finticker16. Oktober: Bis zum Jahresende noch bei den Steuern sparen – vor allem bei Krankheitskosten

LUDWIGSHAFEN – Zum Jahres-Schlussspurt in Sachen Steuern gibt Berrit Gräber in der Rheinpfalz Tipps, wie man bis zum Jahresende noch einiges Geld herausholen kann. Die Ratschläge hat sie recherchiert bei Sigurd Warschkow, Rechtsanwalt und Leiter der Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer in Gladbeck. Wer gezielt investiere, könne steuerliche Sparchancen ausschöpfen. Allerdings: Nur wer besonders viel hinblättert für Krankheit, Pflege, Handwerker oder den Job, kriegt Hilfe vom Finanzamt.

Gut zu wissen: das Finanzamt muss sich seit diesem Jahr viel stärker an Kosten für Krankheit oder Pflege beteiligen. Es empfehle sich darum, alle Krankheitskosten übers Jahr zu bündeln: vom Hörgerät bis zu Zahnkronen oder Medikamenten. Allerdings sind Gesundheitsausgaben erst ab einer bestimmten Hürde absetzbar: „Wer 2017 schon viel für Behandlungen oder den Treppenlift habe ausgeben müssen, sollte den anstehenden Kauf der neuen Einlagen oder der Brille bis Silvester auch noch angehen, wenn es finanziell drin sei, rät Warschkow.“ Das Absetzen von außergewöhnlichen Belastungen wie Krankheitskosten seit diesem Jahr deutlich leichter geworden (Az: Bundesfinanzhof VI R 75/14). Die Hürde der zumutbaren Eigenbelastung lasse sich früher überspringen, denn es werde neu gerechnet: „Zusammengezählt wird alles, was der Arzt verordnet hat und was von den Kassen nicht erstattet wird wie Rezeptzuzahlungen, Kuren, Massagen, Augenlasern, Therapien. Es kann sich sogar lohnen, eine Arztrechnung noch bis Silvester zu zahlen, obwohl die Behandlung 2018 weitergeht.“

Quelle: rheinpfalz.de / Autorin: Berrit Gräber

 

17. Oktober: Wie vermacht man Immobilien steuerfrei? Freibeträge für Erben und Schenkung

KÖLN / BERLIN – In Deutschland werden jedes Jahr gigantische Vermögen vererbt – darunter auch viele Häuser, Wohnungen und Grundstücke. Wie die Erben sich vor steuerlicher Belastung schützen können, erklärt Finanztest in seiner neusten Ausgabe, auf die sich n-tv.de in seinem Beitrag bezieht.

Eine Möglichkeit sei die Inanspruchnahme von Freibeträgen. Ob Immobilien oder sonstiges Vermögen: Ehepartner können bis zu 500.000 Euro steuerfrei erben, bei Kindern sind es 400.000 Euro – von jedem Elternteil. Grundsätzlich gelte: je enger die verwandtschaftliche Beziehung, desto höher der Steuerfreibetrag. Liege der Wert der Immobilie jedoch über den Freibeträgen der Erben, spreche einiges dafür, „zu Lebzeiten das Haus an den Ehepartner, Kinder oder andere nahe Verwandte weiterzugeben“: und zwar durch eine Schenkung. Hier winken dieselben Steuerfreibeträge, nur dass diese alle zehn Jahre aufs Neue ausgeschöpft werden. Für jedes Jahr zwischen Schenkung und Erbfall wird der Wert der Schenkung um 10 Prozent reduziert. Erst nach zehn Jahren sei die Schenkung für den Pflichtteil ohne Bedeutung.

Quelle: n-tv.de, awi / Weitere Infos unter: test.de

 

18. Oktober: Steuererklärung auch beim unzuständigen Finanzamt fristwahrend möglich

KÖLNDer Einwurf einer Steuererklärung am letzten Tag der Antragsfrist ist selbst dann fristwahrend, wenn er beim unzuständigen Finanzamt erfolgt. Das hat jetzt das Finanzgericht Köln entschieden. Die Kläger des Rechtstreits hatten ihre Steuererklärungen 2009 am 31. Dezember 2013 gegen 20 Uhr bei einem unzuständigen Finanzamt eingeworfen. Das zuständige Finanzamt jedoch lehnte eine Veranlagung mit der Begründung ab, dass es die Erklärung erst 2014 erhalten habe. Damit sei der Antrag auf Durchführung einer Veranlagung erst nach Ablauf der vierjährigen Festsetzungsfrist und somit verspätet gestellt worden. Das Finanzgericht Köln folgte dieser Argumentation nicht und verpflichtete das Finanzamt, die Veranlagungen für 2009 durchzuführen. Es sei gesetzlich nicht vorgeschrieben, dass ein Veranlagungsantrag beim zuständigen Finanzamt eingehen müsse. Das beklagte Finanzamt hat nun die zugelassenen Revisionen eingelegt, die Verfahren werden beim Bundefinanzhof in München unter den Aktenzeichen VI R 37/17 und VI R 38/17 geführt.

Quelle: kostenlose-urteile.de / Finanzgericht Köln, Urteil vom 16.10.2017 – 1 K 1637/14 und 1 K 1638/14 –

 

19. Oktober: Panama-Papers: „zu Komplizen von Geldwäschern und Steuervermeidern gemacht“

BERLIN – Vor anderthalb Jahren veröffentlichten Medien die sogenannten „Panama Papers“. Das EU-Parlament setzte daraufhin einen Untersuchungsausschuss ein. Der hat nun nach gut 18-monatiger Untersuchung seinen Abschlussbericht vorgelegt: er kommt zu einem vernichtenden Urteil für viele EU-Regierungen. Verantwortlich für Betrug und Steuervermeidung sei allem ein Mangel an politischem Willen in einigen Ländern, befand der Ausschuss. Der Grünen-Europa-Abgeordnete Sven Giegold kritisierte, Europäische Regierungen hätten sich über Jahrzehnte „zu Komplizen von Geldwäschern und Steuervermeidern gemacht“. Im Fokus der Kritik stehen vor allem Luxemburg, Großbritannien, Zypern und Malta. Und der CSU-Europapolitiker Markus Ferber nannte das Beispiel Madeira, das eine innereuropäische Steueroase unter dem Deckmantel der Wirtschaftsförderung betreibe. Das sei nicht tolerierbar. Das Parlamentsplenum soll noch im Dezember über den Bericht des Ausschusses und daraus folgende Empfehlungen abstimmen.

Quelle: spiegel.de / beb/dpa

 

20. Oktober: Sprudelnde Steuerquellen

Auf kräftig sprudelnde Steuerquellen kann sich die nächste Bundesregierung freuen: Die Einnahmen von Bund und Ländern nahmen im September zum Vorjahr um 4,6 Prozent auf 65,2 Milliarden Euro zu, so der am Freitag veröffentlichte Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums. Die günstige Entwicklung gehe auf die gute Konjunktur zurück. „Für eine Fortsetzung des Aufschwungs sprechen günstige wirtschaftliche Fundamentaldaten: niedrige Zinsen, verbesserte Absatzperspektiven im In- und Ausland und Lohnsteigerungen”, so das Ministerium. Im September erhöhten sich die Einnahmen aus der Körperschaftssteuer, die etwa die großen Kapitalgesellschaften zu zahlen haben, um 8,2 Prozent; bei der Abgeltungssteuer auf Zins- und Veräußerungserträge waren es sogar 16,4 Prozent; geringere Steigerungen verzeichneten die Umsatzsteuern, zu denen die Mehrwertsteuer zählt, mit 4,7 Prozent und die Lohnsteuer mit 2,5 Prozent.

Quelle: bz-berlin.de / Reuters

 

FAZIT:

„Was klagt ihr über die vielen Steuern? Unsere Trägheit nimmt uns zweimal so viel ab, unsere Eitelkeit dreimal so viel und unsere Dummheit viermal so viel.“

Benjamin Franklin

 

Ein schönes Wochenende ohne Vergnügungssteuer wünscht Ihnen die 7x7finticker-Redaktion!

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Schwerpunktthemen: Aktuelles, Medienberichte, Verbraucherthemen, Wochenrückblick

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