7x7finticker: Wochenrückblick 25.-28. September

28 September 2017 Keine Kommentare PDF Drucken Drucken

7x7finticker: der Wochenrückblick 25. – 28. September 2017 / präsentiert von der 7x7finanz

Leitgedanke:

Nicht nur Wohltun trägt Zinsen, auch Zinsen tun wohl. (unbekannt)

Thema der Woche: Sparen und Vorsorgen in Zeiten niedriger Zinsen …

Wissen Sie, was die Lebensstandard-Lücke ist? Oder wie hoch Ihr Pro-Kopf-Verlust durch negative Realzinsen ist? Oder wer „Sumsi“ war und was sie mit Sparen zu tun hatte? Die Antworten finden Sie wie immer in unserem Wochenrückblick. Auch wir haben diesmal gespart: nämlich den Freitag.

7x7finticker25. September: „Lebensstandard-Lücke“ beträgt mindestens 40%

SINDELFINGEN – Rendite und Sicherheit sollten für eine nachhaltige Altersvorsorge optimal kombiniert werden. Dafür empfehlen sich in nahezu zinslosen Zeiten intelligent konzipierte fondsgebundene Produkte. Das zumindest findet der Autor Oliver Lepold und analysiert auf dasinvestment.com, ob die Branche dafür die richtigen Antworten gefunden hat.

Neben der demografischen Entwicklung mit steigender Lebenserwartung macht Lepold noch einen zweiten Faktor aus: die wachsende Rentenlücke. Er beschreibt die Folgen der anhaltenden Niedrigzinsphase: „Klassische Lebens- und Rentenversicherungsprodukte für die Altersvorsorge passen nicht mehr; sie erzielen kaum noch Rendite. Angesichts der Produktkosten und der Inflation ist so eine ganze Produktklasse ins Abseits geraten.“ So fragten sich inzwischen viele Kunden, ob Konsumverzicht und Sparen noch angebracht sind. Der Lebensstandard im Alter könne nur dann erhalten werden, „wenn dann zirka 80 bis 90 Prozent des letzten Nettoeinkommens zur Verfügung stehen“, so Lepold. Der Unterschied zu dem Einkommensniveau, das tatsächlich im Alter erzielt wird, sei die sogenannte Lebensstandardlücke. „Sie beträgt bei einem Arbeitnehmer mindestens 40 Prozent, bei Selbstständigen oft noch mehr“, zitiert der Autor Frank Nobis, den Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP).

Quelle: dasinvestment.com / Autor: Oliver Lepold

 

26. September: Realzins-Radar weist auf dauerhaft reale Vermögensverluste für Sparer hin

FRANKFURT AM MAIN – „Die große Mehrheit der deutschen Sparer erleidet dauerhaft reale Vermögensverluste“, meldet faz.net. Der Bericht interpretiert die Ergebnisse der Regionalauswertung des aktuellen comdirect Realzins-Radars.

So gelänge vor allem in den drei Bundesländern Hessen, Baden-Württemberg und Bayern kein langfristiger Vermögensaufbau. Die Hessen verlören am meisten Geld durch negative Realzinsen: „552 Euro pro Kopf und Jahr beträgt der durchschnittliche Vermögensverlust im  durch Geldeinlagen, deren Verzinsung unterhalb der Inflationsrate liegt.“ Während jeder Bundesbürger durch den negativen Realzins im Schnitt 1,9 Prozent seines Einkommens verliert, sind es bei den Hessen 2,5 Prozent. Für dieses Phänomen gebe es laut faznet nachvollziehbare Gründe: Denn einerseits liege Hessen bei der jährlichen Sparleistung pro Kopf mit 2.600 Euro in der Spitzengruppe, andererseits hätten die hessischen Sparer mit einer der höchsten Inflationsraten in Deutschland zu kämpfen. Insgesamt zeigt der Realzins-Radar nach Aussagen der comdirect beim Pro-Kopf-Verlust und beim Vermögensverlust im Verhältnis zum Einkommen ein Nord-Süd-Gefälle.

Quelle: faz.net / comdirect.de

 

27. September: Sparer haben die Rechnung ohne die globale Veränderung gemacht

BRUNNENTHAL (A) – „Können Sie sich noch erinnern, als man als Volksschüler am Weltspartag im Rahmen eines Schulausfluges zur nächsten Bank gegangen ist und dort über die Wichtigkeit des Sparens informiert wurde?“ fragt Dr. Herbert Samhaber in seinem Kommentar im österreichischen wochenblick.at.

Der Autor erinnert seine Leser an die Werbefiguren wie den „Sparefroh“ oder die „Sumsi“. Als Kind habe man sich auch über das eine oder andere Werbegeschenk der Banken an diesem Tag gefreut: „Das waren noch Zeiten, als Herr und Frau Österreicher für das fleißige Sparen belohnt wurden.“ Samhaber findet, „dass Sparen ein Teil unserer Identität, ja unserer Tradition ist.“ Dann widmet sich der Autor der aktuellen Lage: Das Girokonto seit längerem eine Minusgeschichte, das Sparkonto mit mickrigen Zinsen. Und ein Aufwärtstrend sei leider nicht in Sicht. Sein Fazit: „Wir waren und sind das Land der Sparer – nur haben wir die Rechnung ohne die globale Veränderung gemacht. Wir können der Vergangenheit nachtrauern und hoffen, dass diese wiederkehrt oder wir können mutig sein – mutig für neue Finanzinstrumente und neue Investitionsformen. Nur so können wir mittel- und langfristig unseren privaten Wohlstand sichern.“

Quelle: wochenblick.at

 

28. September: Sparquote in Deutschland trotz Niedrigzinsen stabil

BERLIN – Durchschnittlich 9,7 Prozent ihres verfügbaren Einkommens sparten die deutschen Bundesbürger im Frühjahrsquartal 2017. Damit bleibt die Sparquote in Deutschland auch im dritten Jahr – nach Werten von 9,6 in 2015 und 9,7 in 2016 – trotz anhaltend niedriger Zinsen stabil. Bankeinlagen und Anlagen in Wertpapieren liegen weiter hoch im Kurs. Das berichtet der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in einer Publikation zum Weltspartag am 30. Oktober.

Zwar wertete BVR-Vorstand Dr. Andreas Martin diese Fakten als gute Nachricht, betonte aber zugleich, die Deutschen sollten angesichts der niedrigen Zinsen stärker andere Anlagemöglichkeiten in Betracht ziehen. Eine Schattenseite der niedrigen Zinsen zeige sich laut Martin auch in Form von Verschiebungen zwischen den Haushaltsgruppen, wie eine BVR-eigene Umfrage nahelege: Demnach habe sich der Anteil der Nichtsparer bei persönlichen Nettoeinkommen unter 1.000 Euro von 28 Prozent auf 36 Prozent erhöht. Martin: „Diese Entwicklung ist problematisch, da eine verstärkte private Vorsorge gerade für diese Haushalte besonders wichtig wäre.“ Die Sparquote finanziell besser gestellter Haushalte jedoch dürfte der BVR-Umfrage zufolge gestiegen sein.

Quelle: bvr.de; dort sind die Pressemitteilung sowie die BVR-Studie zum Weltspartag 2017 abrufbar.

FAZIT:

Meine Mittel will ich so verwalten, dass wenig weit soll reichen.

William Shakespeare

 

Der nächste 7x7finticker erscheint am 14. Oktober. Bis dahin wünscht Ihnen die Redaktion zwei schöne Wochenenden und einen sonnigen Nationalfeiertag!

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Schwerpunktthemen: Aktuelles, Medienberichte, Wochenrückblick

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